Mein Karavan-Wächter

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Vorgeschlagene Seite an der Lore von Ryzom
Letzte Ausgabe: Leda, 13.06.2022
de:Mein_Karavan-Wächter
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fr:Mon Gardien de la Karavan
 
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Gib nicht den Mitwirkenden die Schuld, sondern komm und hilf ihnen. 😎

Mein Karavan-Wächter

erzählt von einer alten Matis-Dame,
von Meister Mogwaï veröffentlicht im Neuen Blatt von Atys am Quinteth, Medis 5, 4. CA 2523.[1]

“

Liebe die Karavan Wächter so wie deine Brüder, junger Homin, und auch du wirst ihnen für ihre Großzügigkeit danken können. Wenn ich heute noch am Leben bin, habe ich das nur einem mächtigen Karavan Wächter zu verdanken, der mich und die Meinen unter seine Obhut nahm. Ich war erst ein kleines Mädchen und mein Vater war mit anderen Männern losgezogen, um unsere Länder im Westen zurück zu erobern, als eine Armee von Kitins aus dem Norden einfiel und die Hominheit auszulöschen versuchte.

Meine Großmutter, meine Mutter, meine ältere Schwester, unsere Mägde und ich wurden nur Stunden vor ihrem Zerfall aus der majestätischen Stadt evakuiert. Wir hatten nur einen Pack-Mektoub und Proviant für eine Woche mitgenommen. Wir zogen Tage lang nach Osten, bis wir auf die großen Wasserfälle von Ria stießen. Meine Großmutter kannte ein Versteck dort in den Kavernen. Wir suchten nach den Pilzen der Saison zwischen den abgefallenen Blättern, als die Vögel und Tiere auf ein Mal einen Höllenlärm machten und dann war plötzlich alles still - die Ruhe vor dem Sturm.

Zuerst hörte und dann sah ich ein entsetzliches Trampeln von Tausenden von Füßen im Tal unter uns. Eine schreckliche Welle Rieseninsekten rollte vorbei und machte die schöne Flora und die kleinen Tiere am Boden zunichte. Meine Großmutter rief uns zusammen und wir wateten in den kalten Fluss, um etwas Abstand zu gewinnen und unseren Geruch zu vertuschen, ehe wir flussaufwärts überquerten und uns hinter dem reißenden Wasserfall versteckten.

Von unserem Versteck aus konnten wir zwischen den überschwänglichen Bächlein heraus spähen und die Kitins beobachten, die unser Lager zerstörten, unseren vorübergehenden Lebensraum und unseren schwer erkämpften Proviant vernichteten. Doch zu unserer Erleichterung setzten die Furcht erregenden Legionen ihren Marsch in Richtung der südlichen Hügel fort. Wir verharrten die ganze Nacht hinter dem eiskalten, aber beschützenden Vorhang und wärmten uns gegenseitig auf. Am nächsten Morgen waren die Kitins verschwunden und wir kehrten zu unserem Übergangslager zurück. Die Umgebung war völlig von der zerstörerischen Masse verwüstet worden. Es war kein Mucks zu vernehmen, nicht mal ein Vogel piepste - alle erschreckten Tiere waren davon gelaufen.

Doch unsere edlen Herzen und unser starkes Gemüt verboten uns, in Selbstmitleid zu zerfließen. Letztendlich waren wir noch alle am Leben und trotz der Übermüdung packte jeder mit an, wieder etwas Ordnung ins Leben zu bringen. Doch dann schlug der Horror dreifach zu? Drei enorme Kitin-Scouts tauchten plötzlich an drei Punkten auf und umzingelten uns, als wir versuchten uns in einer Nahe liegende Kaverne zu verschanzen. Ich war wie versteinert als eine der teuflischen Kreaturen nach mir schnappte, doch meine Großmutter stieß mich zurück und schickte mich zu meiner Mutter? Meine Mutter befahl uns, in der Kaverne nieder zu knien und für die Seele unserer Großmutter und unsere Erlösung zu beten, als wir ein vertrautes Geräusch vernahmen. Wir schauten zu dem Gesandten auf.

Wir erblickten ein Karavan Schiff, das uns vor den Kitins schützte, die auf uns zu krabbelten, als wir knieten. Das Gefährt entlud eine starke Lichtladung auf die Kitins, als diese versuchten es weg zu bugsieren. Ein am Arm verwundeter Karavan Wächter sprang aus dem Schiff und feuerte den überraschten Kreaturen, die noch immer nach uns schnappten, mitten ins Auge. Der Wächter gab uns ein paar frische Dapper, um unsere Sinne wieder zu beleben und er bedeutete uns, wir sollen ihm ins Schiff folgen, ehe die Hauptstreitkraft der Kitins uns auf den Fersen sei. Doch das Raumschiff war auch verletzt und konnte nicht abheben? Ich werde mich ewig an die Magie des Innenraums, die kalten Blitzlichter und das warme Brummen seines schwindenden Herzes erinnern.

Wir haben unsere Reise zu Fuß im strömenden Regen fortgesetzt. Er leitete uns zwei Tage lang in Richtung Osten, jagte für uns, beschützte uns vor den wilden Biestern und heilte unsere Wunden - alles mit seiner inneren Ruhe. Wir beteten jeden Morgen zu Jena, sie solle uns durch den Tag helfen. Nach einer Woche kamen wir auf eine breite Ebene und auf etwas Entfernung sahen wir einen glänzenden, bunten Bogen.

Mein Wächter nahm mich von seinen Schultern und wir hörten zum ersten Mal seine tiefe, aber zärtliche Stimme: “Jetzt seid Ihr in Sicherheit. Geht durch den Regenbogen, ich werde hier stehen bleiben und wachen, bis ihr dadurch seid.” Ich nahm all meinen Mut zusammen und fragte, ob er auch kommen würde.

Er sagte, es gäbe noch viele Kinder von Atys zu retten und seine Mission hätte erst begonnen. Ich konnte nicht anders, als mich ihm in die Arme zu werfen, denn er hatte mich trotz seiner verletzten Gliedmaßen getragen, als meine Beine versagt hatten. Er setzte mich nieder und schob mich zu den anderen, denen ich durch den Geruch seiner Aura beruhigt folgte. Alles ich aus dem Regenbogen zurück schaute, sah er uns noch immer nach, so wie er es versprochen hatte. Und so als wolle er uns durch den Regenbogen beeilen, machte er eine Handbewegung, von der ich sicher bin, dass sie eine Welle produzierte.

Ich bin die letzte Überlebende dieser Expedition, die nahezu vor drei Generationen statt fand und ich danke Jena jeden Tag für meine Kinder und meine Kindeskinder und dafür, daß sie uns den großartigen Karavan-Wächter gesandt hat.

— Erzählt von Nina Tinaro, einer alten Matis


  1. ↑ Quinteth, Medis 5, 4. CA 2523 ist Sonntag, der 27. Juni 2004.


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